
Ein Ort, um deine Erfahrung mit Panik- und Angstattacken anonym zu teilen.
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Geteilte Erfahrungen
Echte Erlebnisse von echten Menschen. Jede Geschichte hilft jemand anderem, sich weniger allein zu fühlen.
Hey, mein Name ist Feli. Ich habe meine Angststörung Alberta genannt. Komisch oder? Alberta ist eigentlich ganz nett und war bis ich 11 war eigentlich ganz ruhig. Lag unter dem Klettergerüst im Sand und schaute mir still zu. Sie war eigentlich ganz friedlich. Mit 11 hat meine Mutter meinen wirklich tollen Stiefvater (der für mich wie mein leiblicher und das sinnbild eines fürsorglichen Vaters war) betrogen und es kam mein böser Stiefvater. TW!! Jahrelang hat er mich misshandelt. Weil wir die Wäsche nicht sofort machen wollten, weil wir nicht auf ihn gehört haben - manchmal. Meine Mutter? "Wieso musstest du ihn auch so provozieren?", "ich wollte dich gar nicht...". Ich wurde in mein Zimmer eingesperrt und die Familie saß am Esstisch unten und spielten die glückliche Familie. Nur ich war das böse Kind. Auf einmal war Alberta aufmerksam. "Du bist hier nicht sicher", "Du wirst nicht geliebt", "Bindung kann gefährlich sein", "ich werde dich schützen", "pass dich an". Man stellt sich das jetzt vielleicht so vor, als wäre ich sofort klein, leise und zurückhaltend gewesen. Nein, das war ich immer. Aber ich scannte den Raum: jede Stimmungslage bemerkte ich, jede Gestik und Mimik, jede Tonlage. Alles war plötzlich meine Verantwortung. Manchmal bin ich sogar von Zuhause abgehauen und wurde später von der Polizei zurückgebracht. "Danke Polizei, ihr habt euren Job gemacht" Dachte ich mir. Akte zu. Fall erledigt. Ich traute mich auch nicht etwas zu sagen, denn wer weiß, was dann passiert wäre. Viel zu lange ging das so. Das gesamte Bild ist zu komplex um das hier zu schildern, aber das ist der Grund für meine Angststörung. Der Auslöser ist viel harmloser. Ich habe ein ziemlich gutes Leben. Einen tollen Mann an meiner Seite. Einen ganz tollen Hund. Ich bin Beamtin in einer Behörde. Ich wohne in einem wunderschönen Eigenheim. Und genau jetzt wird Alberta lauter, sie rebelliert. Als Kind hatte ich bis ich 11 war eine perfekte Kindheit. Jetzt habe ich das perfekte Leben. Und vielleicht ahnt man jetzt was kommt. Alberta traut dem ganzen nicht. "Es muss was schlimmes kommen! Das bleibt nicht so! Wir müssen uns schützen!" Seit 2020 bin ich mit meinem Partner in einer Beziehung. Seit 2022 habe ich Angst- und Zwangsstörungen. Die momentan schlimmste ist die Beziehungszwangsstörung. Aus "Selbstschutz" fängt Alberta an nach bindenden Events (Vertragsunterzeichnung beim Hauskauf, Verlobung usw.) Warnungen loszulassen. "Was ist, wenn ich meinen Partner gar nicht mehr liebe?", "Wir haben uns heute gestritten und ich finde es nicht so schlimm, wie es sollte, ist meine Liebe weg?", "Er sieht nach dem Sport völlig fertig aus, finde ich ihn noch attraktiv?". Wie das klingt? Komisch. Für manche vielleicht. Für mich sind das belastende Gedanken. Eine weitere Angststörung ist, auf Toilette zu müssen, wenn es gerade nicht geht. Zum Beispiel im Flugzeug, die 20 min. beim Start. Oder auch in der U-Bahn. Es ist aber nicht die Angst, nicht rechtzeitig auf sie Toilette zu können, sondern die Angst vor Kontrollverlust. In New York, wo wirklich überall Toiletten sind, konnte ich kaum U-Bahn fahren. Weil ich nicht wusste, ob ich es zur nächsten Toilette schaffe. Uber fahren? Nein. Alberta schreit in meinem Kopf. "Was, wenn der Uber-Fahrer mir sagt, dass es gerade einfach nicht möglich ist?", "Was, wenn er einfach nur selber schnell die Fahrt fertig kriegen will?", "Was ist, wenn die anderen Mitfahrer dann ungeduldig werden?". Ich kriege Panik und jedes kleinste Gefühl im Bauch wird zur Gefahr. Das Verrückte ist aber - ich habe es noch nie in meinem Leben nicht zur Toilette geschafft. Ich habe einfach Angst, dass es passiert. Ganz ohne eine solche Erfahrung gemacht zu haben. Ich bin in eine Tagesklinik gegangen und ich habe gute Mittel mitgegeben bekommen, aber ich bin nicht geheilt. Der beste Weg gegen die Angst, ist durch die Angst. Wir können es auch einfach beim Namen nennen: Konfrontation & Ertragen! Es ist furchtbar, aber bisher schaffe ich es ohne Tabletten. Und ob mit oder ohne, es gibt einen Weg! Es hat 34 Jahre gedauert, diese Ängste zu bilden. Es darf demnach auch etwas dauern, bis die Ängste leiser sind. Bis Alberta merkt, dass ich in Sicherheit bin. Danke, dass ich meine Geschichte erzählen durfte. Jedem einzelnen lieben Menschen hier, wünsche ich nur das Beste. Liebe Grüße, Feli
8. Sep. 2026
Ich bin weiblich, 17, und mit einer Angst und Panikstörung diagnostiziert. Der Auslöser begann schon in meiner Kindheit. Ich musste lange mit ansehen wie mein Vater, mein Opa und meine Mutter mit unter anderem schweren Krankheiten zu kämpfen hatten. Ich hab also viel zu früh gelernt wie es ist seine Liebsten in Krankenhäusern oder Reha zu besuchen. Durch den Tod von 2 dieser Leute ist mir somit der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Seit dem habe ich alles in mich hineingefressen. Das Ganze ging 5 Jahre lang so, bis ich im Mai 2025 meine erste Panikattacke hatte und sogar ins Krankenhaus zur Überwachung musste. Zu dem Zeitpunkt war ich 16 Jahre alt. Seit dem habe ich bis vor 4 Monaten mit Panikattacken und Angst gelebt, ohne jegliche Hilfe. Irgendwann hatte ich keine Kraft mehr und habe mir Hilfe in einer Klinik gesucht. Dort habe ich endlich verstanden, warum es mir so geht. Ich habe Angst davor schwer krank zu werden weil ich damals genau das mitbekommen habe. Ich hab leider immer noch keine Ahnung wie ich damit umgehen soll weil ich wirklich immer Alarm schlage wenn mir nur eine Kleinigkeit am Körper wehtut. Ich nehme seit Neusten „Neurexan“ gegen meine Unruhezustände, da ich seit meiner ersten Panikattacke nicht mehr aufgehört habe zu Zittern. Mein Körper ist quasi immer unter Strom. Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben. Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein ist. Bleibt stark! <3
25. Aug. 2026
Liebe Alle Gerne möchte ich meine persönliche Geschichte mit meiner Angst- bzw. Panikstörung mit euch teilen – wie sie bei mir entstanden ist und was mir langfristig geholfen hat, wieder mehr Stabilität und Vertrauen in meinen Körper zurückzugewinnen. Vielleicht kann meine Erfahrung dem einen oder anderen von euch etwas mitgeben. Gleichzeitig möchte ich betonen: Das ist meine persönliche Geschichte und keine allgemeingültige Empfehlung oder Therapieanleitung. Jeder Mensch und auch jede Angststörung ist individuell. Wie viele von euch habe auch ich in den Jahren davor einige belastende Phasen erlebt und war über längere Zeit viel Stress ausgesetzt – unter anderem durch Studium, Arbeit, Sorgen und verschiedene Unsicherheiten. Rückblickend hatte ich lange das Gefühl, damit eigentlich ganz gut umgehen zu können. Bis zu dem Moment, als ich zum ersten Mal Pilze konsumierte – in meinem Fall nur eine sehr kleine Menge. Darauf folgte über mehrere Stunden ein massiver Bad-Trip mit mehreren Panikattacken. Nach einigen Stunden war die Wirkung zwar vorbei und ich wieder nüchtern, die Panikattacken blieben jedoch bestehen. Mit der Zeit entwickelte sich daraus bei mir eine Panikstörung. Meine Panikattacken waren situationsunabhängig. Sie konnten unterwegs, im Zug, beim Einkaufen, unter der Dusche oder auch einfach zu Hause auftreten – scheinbar völlig aus dem Nichts. Und jedes Mal hatte ich das Gefühl, dass etwas ganz Schlimmes passiert oder sogar mein letztes Stündlein geschlagen hat. Zu schwierigen Zeiten hatte ich die Attacken mehrmals täglich, ansonsten mehrmals pro Woche. Irgendwann kam für mich der Punkt, an dem ich entschieden habe: So möchte ich nicht mehr weitermachen. Ich möchte mein altes, stabiles Leben wieder zurück. Mir wurde von ärztlicher Seite unter anderem auch eine medikamentöse Behandlung empfohlen. Da ich selbst Psychologie studiert habe und mich deshalb intensiv mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt hatte, habe ich mich damals persönlich gegen eine medikamentöse Behandlung entschieden. Stattdessen wollte ich zunächst einen integrativen und körperorientierten Weg ausprobieren und stärker darauf achten, was meinem Körper und meiner Psyche dabei helfen könnte, wieder mehr ins Gleichgewicht zu kommen. Was mir persönlich geholfen hat: Ich begann mit Akupunktur. Anfangs ging ich ungefähr einmal pro Woche, später alle zwei Wochen. Mit zunehmender Stabilität wurden die Abstände immer grösser, bis ich schliesslich nur noch gelegentlich eine Behandlung in Anspruch nahm. Insgesamt war ich etwa dreiviertel Jahre in Akupunktur-Therapie. Für mich persönlich war das eine sehr wertvolle Erfahrung und eine der Methoden, die mir am meisten geholfen haben, mich körperlich zu regulieren und wieder mehr Ruhe und Sicherheit in meinem Körper wahrzunehmen. Zusätzlich habe ich begonnen, jeden Morgen eine kurze Yoga-Session von etwa 10–20 Minuten zu machen. Dafür habe ich hauptsächlich YouTube-Videos genutzt. Auch das hat mir erstaunlich gutgetan. Natürlich verändert sich so etwas nicht von heute auf morgen. Aber nach einigen Wochen hatte ich bereits das Gefühl, ausgeglichener und weniger angespannt zu sein. Dazu kamen Spaziergänge und viel Zeit in der Natur sowie regelmässige Bewegung und Sport. Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich, bewusst Offline-Zeiten einzubauen. Also auch einmal Ferien oder einzelne Tage ohne permanente Reizüberflutung durch Social Media, Nachrichten und andere digitale Eindrücke. Ich hatte irgendwann das Bedürfnis, meinem Nervensystem wieder mehr Ruhe zu geben und nicht ständig „on“ sein zu müssen. Was ich aus dieser Zeit für mich mitgenommen habe, ist vor allem der Gedanke, wieder stärker auf meinen Körper zu hören. Wir leben in einer Zeit, in der sehr viel von uns verlangt wird: ständig produktiv zu sein, erreichbar zu sein, Informationen aufzunehmen, uns mit anderen zu vergleichen und permanent neue Reize zu verarbeiten. Für mich war es deshalb unglaublich wertvoll, wieder mehr zu den einfachen Dingen zurückzufinden: Bewegung, Natur, Ruhe, bewusste Pausen, Schlaf, Achtsamkeit und das Gefühl, nicht immer etwas leisten zu müssen. Wo ich heute stehe: Heute habe ich keine Panikstörung mehr. Nach etwa dreiviertel Jahren habe ich die Akupunktur zunächst beendet. Wenn ich merke, dass ich wieder eine besonders stressige Phase habe, nehme ich gelegentlich noch eine einzelne Sitzung in Anspruch. Yoga, Spaziergänge, Achtsamkeitsübungen und Sport sind dagegen geblieben und mittlerweile feste Bestandteile meines Alltags. Was sich für mich dadurch vor allem verändert hat, ist mein Verhältnis zu meinem eigenen Körper. Ich habe wieder mehr Vertrauen darin entwickelt, körperliche Stressreaktionen wahrzunehmen, ohne sie sofort als Gefahr zu interpretieren. Und genau dieses Vertrauen war für mich ein sehr wichtiger Teil meiner Genesung. Ich möchte mit meiner Geschichte überhaupt nicht sagen, dass Akupunktur, Yoga oder ein körperorientierter Ansatz für jeden Menschen die richtige Lösung sind. Auch Medikamente, Psychotherapie oder andere Behandlungsformen können für Menschen sehr wichtig und hilfreich sein. Ich möchte lediglich zeigen, was mir persönlich auf meinem Weg geholfen hat – vielleicht findet sich darin ja die eine oder andere Anregung für jemanden von euch. Ich wünsche euch allen von Herzen alles Gute auf eurem eigenen Weg. Ihr seid mit diesen Erfahrungen nicht allein. ❤️
24. Aug. 2026
Bewältigungsstrategien
Was dir hilft, könnte auch anderen helfen. Teile deine Strategien im Umgang mit Angst.
Ich hab da eine super App gefunden. Die heisst Rootd und da kann man unter anderem mit Hilfe Atmen da vibriert das Handy und es gibt einen Roten Button für Panikattacken da kommen ganz viele sprüche die einem helfen wieder in die realität zu kommen. Was mir auch hilft ist etwas schweres am Rücken bzw kaltes wasser zum trinken:) Und die App kann man kostenlos nutzen aber auch ein Abo machen kostet glaub ich so 53 € im Jahr
21. Aug. 2026
Ich habe auch eine Angststörung mit ständigem Überdenken und Panikattacken. Ich habe das Gefühl die Zeit half bei mir extrem und die Menschen mit denen man am meisten Zeit verbringt. Wenn diese eine positive Weltanschauung haben, haben sie mir Sicherheit gegeben. Ausserdem war das allerwichtigste Ablenkung. Keine Zeit um über irgendetwas nachzudenken. Eine Serie half mir auch immer. So konnte ich mich in eine andere Welt hineinversetzen. Und zu wissen , dass man nicht alleine ist und man sich nicht für immer so fühlen wird.
21. Aug. 2026
Ich hatte so schlimme Panikattacken, dass ich nicht mehr aus dem Haus gehen konnte, ohne in Angst und das „was wäre wenn“-Szenario zu verfallen. Natürlich ging ich in Therapie. Ob mir das wirklich so viel geholfen hat, weiss ich nicht. Ich habe früh die Entscheidung getroffen, keine Medikamente gegen die Angst zu nehmen. Also musste ich einen anderen Weg finden. Konfrontationstherapie hat es bei mir viel schlimmer gemacht, aber Vermeidungsverhalten ist auch nicht gut. Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass es die kleinen Wins sind. Auf keinen Fall Überforderung zulassen, auf keinen Fall durch die Angst durchkämpfen. Mit den leichteren Situationen anfangen. Falls es 1 min ohne Angst geht in diesen ist es ein Win. Dann sofort wieder in den geschützten Raum, wo man keine Angst hat. Das nächste mal 1.5min und dann immer so weiter. Nur (oder mehrheitlich) positive Erlebnisse sammeln, auch wenn sie noch so klein erscheinen. Mit diesem System habe ich mir ohne Medikamente und auch ohne Therapie mein komplettes Leben zurückerlangt. Ist die Angst komplett weg? Nein. Kann ich nun gut damit umgehen, falls selten mal wieder ein Angstgefühl hochkommt, da mir nun der Weg zur Angstfreiheit bekannt ist? Ja. Ich kann wieder in Menschenmengen, in geschlossene Räume, auf Autobahnen etc, was vor einigen Jahren noch undenkbar war. Ihr schafft das! Vertraut auf euch und hört auf euren Körper. (Kleiner Disclaimer: Ich hatte zu der Zeit, als meine Panikattacken am schlimmsten waren, keine grösseren Verpflichtungen wie ein Job oder eine Ausbildung, bei dem/der ich vor Ort sein musste. Glücklicherweise war Job sowie Studium komplett remote, weshalb ich das so langsam angehen konnte. Mir ist bewusst, dass nicht alle diese Ausgangslage haben.)
20. Aug. 2026

Die Geschichte dahinter
Ich teile meine Geschichte offen mit dir und hoffe, dass ich dir damit helfen kann.
„Panik Attacken begleiten mich immer noch aber ich hab gelernt damit umzugehen und ich liebe mein Leben, auch mit Panikattacken."
— Joel Weyer